Man kann darüber streiten, ob das In-Bewegung-Setzen der Migration aus dem Nahen und Mittleren Osten (und im Weiteren wohl Afrika) nach Europa tatsächlich einer geplanten Strategie des Imperium USA (Thomas P.M. Barnett: The Pentagon's New Map, War and Peace in the Twenty-First Century), Einzelpersonen (George Soros Plan für Europas Flüchtlingskrise, Welt 02.10.2015) oder den Umständen (Krieg, Flüchtlingslager, Hungersnöte, Perspektivlosigkeit) zuzuschreiben ist. Unbestreitbar ist jedoch, daß Erdöl/Erdgas-Interessen, voran der USA, (bzw in Afrika Rohstoff-/Agrarinteressen, bis hin zu weltweiter Trinkwasservermarktung aus Grundwasser) die Konflikte schüren, die solche Migrationsströme überhaupt erst möglich machen. Nafeez Ahmed (executive director of the Institute for Policy Research & Development) beschreibt in The Guardian (International Edition vom 30. August 2013: Syria intervention plan fueled by oil interests, not chemical weapon concern) wie seit 2007 CIA Operationen an einer Destabilisierung der Assad Regierung arbeiten; die Weigerung Assads 2009 zu einem Erdgas Pipeline-Vertrag von Qatar über Saudi-Arabien-Jordan-Syrien zur Türkei (stattdessen verhandelte Assad über eine Pipeline vom Iran über den Irak nach Syrien) gab den Rest. Und wir erleben heute, wie politisch und medial dem Iran zugesetzt wird. Jedenfalls schien uns attraktiv, unsere Analysen zum Erdöl/Erdgas-Kolonialismus hier wiederzugeben, die wir anläßlich des Ersten Irak-Krieges 1991 recherchierten.
 
Kommentare zu diesen Ausführungen heute, 2018, verweisen durch den Fracking-Boom auf durchaus veränderte Situationen im Gefüge USA - Mittlerer und Naher Osten - Rußland: auf den Punkt gebracht durch den Kolumnisten Tassilo Wallentin: http://www.tawa-news.com/oel-und-macht/ Die laufenden Kriege und Drohungen sprechen jedoch dafür, daß konventionelles Erdöl und Erdgas, und im Besonderen im Nahen und Mittleren Osten, nach wie vor politikbestimmend sind und bleiben - womit athmosphärisch die Kolonialgeschichte und die Ölgeschichte der Region weiter (nach)wirken wird. Und es wird interessant bleiben zu verfolgen, inwieweit nicht sogar Saudi-Arabien durch Preisdumping dem Fracking und Rußland/China durch bilaterale Lieferverträge zu Erdöl und Erdgas dem Petro-Dollar zusetzen werden - beides hat begonnen. (siehe auch Ernst Wolff: Weltmacht IWF, Chronik eines Raubzugs, 2014).

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